Samstag, 24. Dezember 2011

Gesegnetes Weihnachtsfest! (Martyrologium Romanum 2004)

Innumeris transactis saeculis a creatione mundi, quando in princípio Deus creavit caelum et terram et hominem formavit ad imaginem suam;
permultis etiam saeculis, ex quo post diluvium Altissimus in nubibus arcum posuerat, signum foederis et pacis;
a migratione Abrahae, patris nostri in fide, de Ur Chaldaeorum saéculo vigésimo primo;
ab egressu populi Israel de Aegypto, Moyse duce, saeculo decimo tértio;
ab unctione David in regem, anno círciter millesimo;
hebdomada sexagesima quinta, iuxta Danielis prophetiam;
Olympiade centesima nonagesima quarta;
ab Urbe condita anno septingentésimo quinquagesimo secundo;
anno imperii Caesaris Octaviani Augústi quadragesimo secundo;
toto Orbe in pace composito,
Jesus Christus, aeternus Deus aeterníque Patris Filius, mundum volens adventu suo piissimo consecrare,
de Spiritu Sancto conceptus, novemque post conceptionem decursis mensibus,
in Bethlehem Iudae nascitur ex Maria Virgine factus homo:
Nativitas Domini nostri Jesu Christi secundum carnem.

Sonntag, 13. November 2011

"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!"

"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!"
(Leben des Galilei, Bertolt Brecht Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Band 5 (Stücke 5), 1988, S. 248 f )

Da gibt es Verantwortliche in Deutschland, die (fremdes!) Geld in einen Konzern investieren und immer wieder reinvestieren (sehenden Auges in Kauf nehmend, dass die eigentlichen Geldgeber von diesen mehrstelligen Millionensummen nicht den leisesten Hauch einer sinnvollen Gewinnausschüttung sehen). Aber damit nicht genug: dieser Konzern verkauft und produziert Güter, die der eigentlichen Firmenphilosophie vollkommen entgegenstehen, in etwa so wie wenn ein Waffenhändler Friedenstauben vertreibt. Welcher derartige Vorstand würde nach einem entsprechenden öffentlichen Skandal noch an seinen Sesseln kleben können?
Doch soweit nur zu den Kindern dieser Welt.
In Deutschland haben die (Erz-)Bischöfe von Augsburg, Aachen, Bamberg, Eichstätt, Fulda, Freiburg, München/Freising, Münster, Passau, Regensburg, Trier und Würzburg in den Konzern Weltbild Millionen und Abermillionen von Kirchensteuermitteln investiert, ohne je eine Gewinnausschüttung zu Gunsten von Projekten zu leisten, die den eigentlich kirchlichen Aufgaben (Liturgie, Verkündigung, Diakonie) zu Gute kommen. So weit so schlimm!
Doch der eigentliche Skandal kommt erst noch: Der Konzern verkauft und bewirbt Medien, die dem Auftrag der Bischöfe für das Seelenheil der Menschen zu sorgen genau entgegenstehen, sei es landläufig betrachtet pornographisches oder juristisch betrachtet nur erotisches Material, seien es esoterische oder sogar explizit satanistische Medien. Nun könnte ein unbedarfter Katholik sich vielleicht sagen, dass so ein Konzern unübersichtlich ist und die Bischöfe natürlich nicht wissen können, was alles über den Ladentisch geht. Doch sind sämtliche beteiligten Bischöfe zwei Mal angeschrieben und in ausführlichen Portfolios auf diesen himmelsschreienden Missstand aufmerksam gemacht worden. -
Doch keine nennenswerte Reaktion. Alle stellen sich still und hoffen, dass dieser Sturm vorüberzieht. Selbst als nun auch die Tagespresse diesen Skandal ans Licht zerrt, herrscht beklemmendes Schweigen. Erzbischof Zollitsch, der ja ansonsten in seinen berüchtigten Interviews nicht die geringste Chance auslässt, sein Ego durch das Bad in der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stärken (und ganz nebenbei gerne einmal die eine oder andere Häresie von sich gibt), ebenso wie der sich als der Vordenker einer christlichen Wirtschaftsethik (Das Kapital! selten so gelacht!) gerierende Erzbischof Marx verkriechen sich in die hinterste Ecke ihres Bischofspalais und entziehen sich dem „hic Rhodus, hic salta“.
Wenn wir zur Beurteilung unserer Hirten nun den oben zitierten Brecht heranziehen, würde der geneigte Leser den vorgenannten Bischöfen wohl zumindest das Prädikat „Dummkopf“ verleihen, ob ihnen auch das zweite zuteil wird, darüber wird jeder nach den Erklärungen der Bischöfe selbst entscheiden müssen. Die von den subalternen Erfüllungsgehilfen verlautbarten Erklärungen lassen nichts Gutes hoffen.

Montag, 17. Oktober 2011

Nachtrag zu "Mit Blut und Mühe haben sie den Glauben erkauft!"

Nach der Mahnwache saßen wir noch mit ein paar koptischen Christen vor einem Eiscafe (Christsein führt Menschen doch auf eine wundervolle Weise zusammen). Auf einmal fragt ein etwa 10-jähriger koptischer Junge: Warum trauern die Menschen eigentlich überall so sehr um einen einzelnen wie Steve Jobs und für die 35 toten Christen interessiert sich kaum jemand?
Natürlich hätte jeder von uns eine ganze Reihe Erklärungsmodelle anbieten können, aber uns allen hat die Scham darüber die Sprache verschlagen.
Aber genau eine solche Frage muss für uns immer eine Anfrage, ja mehr noch ein Stachel im Fleisch bleiben. Wer kann uns besser die Wahrheit vor Augen halten als ein Kind?

Sonntag, 16. Oktober 2011

Mit Blut und Mühe haben sie den Glauben erkauft!


Ein wunderschöner blauer Himmel, die Sonne gibt noch einmal alles, um den Hauch eines mediterranen Flairs in der Düsseldorfer Altstadt zu zaubern, den Menschen ist nach Erholung und leichter Heiterkeit zumute, die sich an den vollständig besetzten Außentischen der „längsten Theke der Welt“ entspinnt.
Mitten in dieses herbstliche Idyll bricht die grausame Realität eines Frühlings, der eine wahre Hölle geboren hat. Bilder verstümmelter Menschen, entstellter Toter und grausam Gefolterter. Bilder, die in jedem Menschen Wut und Empörung oder doch zumindest Mitleid hervorrufen. Hier findet sich allerdings nur eine kleine Gruppe zusammen – nicht mehr als 200 Personen halten eine Mahnwache, die meisten davon aus ihrem Heimatland emigriert und nun in Deutschland lebend. Das Interesse der Tausenden von sonnenhungrigen Sonntagsspaziergängern ist denkbar gering, hin und wieder schaut man kurz hin, um sich dann sofort wieder Vergnüglicherem zuzuwenden.
Es geht ja auch keinen wirklich an. Ägypten ist ja so weit weg, bei jeder Revolution gibt es unvermeidliche Opfer, da kann man eben nichts machen. Irgendwie sind die wahrscheinlich auch nicht ganz unschuldig – religiöse Unruhen eben. Kopten? Was waren das doch gleich? Ach das sind doch nur Christen!

Ja, es sind Christen! Sie sind die wirklichen Nachfahren der alten Ägypter, die Urbevölkerung, die muslimischen Araber sind letztlich nur späte Einwanderer. Sie sind nicht die Nachfahren christlicher Imperialisten, sie sind keine Konvertiten vom Islam sondern sie gehören zu einer der ältesten Kirchen der Welt. Um das Jahr 60 ist die koptische Kirche vom Evangelisten Markus gegründet worden, der auch heute noch in Ägypten begraben läge, hätten ihn nicht die Venezianer geraubt. Ägypten ist also urchristliches Kernland und es ist dem Mut und der Opferbereitschaft der ägyptischen Christen zu verdanken, dass es hier – anders als beispielsweise in der Türkei – noch eine nennenswerte christliche Gemeinde gibt. Wie viel Märtyrerblut ist in Ägypten schon geflossen! Und letzten Sonntag waren es wieder Dutzende unschuldiger Christen, die für ihren Glauben starben. Und hier? In unserem Land, in dem sich zwei Drittel der Bevölkerung Christen nennen? Beredtes Schweigen! Oder das gewohnte Zollitsch-Geschwurbel: „die Spirale der Gewalt beenden“ - gerade so als ob es sich um die Auseinandersetzung zweier Bürgerkriegsparteien handelte.
Es muss aber immer wieder festgehalten werden: Friedlich demonstrierende Christen wurden von fanatisierten Muslimen und Angehörigen des Militärregimes ermordet!
Was können wir aber jetzt konkret tun?
  1. Beten, beten und nochmals beten für Opfer und Täter! Ohne unseren Herrn können wir nichts tun!
  2. Möglichst viele Menschen über die tatsächliche Situation der Christen in Ägypten informieren!
  3. Druck auf unsere Politiker und auf unsere Bischöfe machen, damit sie sich unserer Märtyrerbrüder annehmen!

Freitag, 7. Oktober 2011

Dialog in Duisburg PATER MENDACII PARS II

Hier meine eigenen Erfahrungen mit dem von Erzbischof Zollitsch so hochgepriesenen, nicht endensollenden Allheilmittel Dialog:

„Die Jugend ernährt sich von Träumen, das Alter von Erinnerungen.“ (Jiddisches Sprichwort)

Mittwoch 28.9.11 19.35 Noch bevor langsam ca.150 Personen lautstark in die Kirche St. Josef, Duisburg, eingetreten sind, finde ich mich in einem Gotteshaus wieder, dessen Inneres mehr dem Palast der Republik (nicht umsonst genannt Erichs Lampenladen) ähnelt als einem sakralen Ort – am Eingang billige Stehtischchen, dann Bankreihen, vorne im Chorraum eine Leinwand, an die die allfällige Powerpointpräsentation projeziert werden wird, der Herr im Tabernakel verschämt an der Seite platziert. Keiner der Organisatoren verschwendet eine Kniebeuge zum Allerheiligsten. Das Publikum ist wie auch sonst in vielen Gottesdiensten vorwiegend graugemischt, die sonst geburtenstarken Jahrgänge sind spärlich vertreten, die Zahl der Jugendlichen ebenso überschaubar. Die Lokalmatadoren und Platzhirsche begrüßen ihre Klientel. An einer Wand hängen ca. 500 Postkarten, der Rücklauf einer Befragung zu Wünschen und Anliegen, bei der über 20000 davon ausgelegt wurden.
Nach einer Begrüßung führt ein auch schon in die Jahre gekommenes Mitglied des Diözesanrates durch die Veranstaltung. Zuerst wird die systematisierende Zusammenfassung der auf den Karten vorgelegten Anliegen zum Besten gegeben, anschließend besteht die Möglichkeit sich an den Stehtischchen zu bestimmten Feldern auszutauschen. Ich wähle das Themenfeld Liturgie und Pastoral. An unserem Tisch sind ca. 8 Personen. In einer Runde stellen wir uns und unsere Anliegen vor. Ich spüre deutlich eine gewisse Anspannung und Unsicherheit, man hält sich zurück und setzt eher auf Gemeinplätze. Davon angesteckt trage ich zuerst allgemein, dann aber deutlich meinen Wunsch nach einer Liturgie in vollem Einklang mit der Weltkirche vor und ernte teils betretenes Schweigen, aber bei zwei Leuten auch zustimmendes Nicken. Um unseren Tisch zieht ein emeritierter Theologieprofessor (Prof.em. Dr. Franz-Josef Nocke) seine Runden. Gut erinnere ich mich noch, wie er auf einer anderen Veranstaltung, den Bericht über die eifrige Wahrnehmung der eucharistischen Anbetung auf dem Weltjugendtag mit dem Ausspruch kommentierte: “Wir (!) haben das II.Vatikanum doch nicht gemacht, damit die Leute jetzt wieder anfangen, diese Oblate anzubeten.”
Doch wieder zurück zu unserem Tisch. Leider verging die Zeit so schnell, dass wir in keinen weiterführenden Austausch eintreten konnten. Man bestimmt mich mehr oder weniger durch Akklamation zum Sprecher dieses Tisches. So trete ich auch als erster vor und versuche die Anliegen an unserem Tisch vorzutragen, allerdings sehr konsensorientiert, um eben den Dialog nicht irgendwie zu behindern (aus jetziger Sicht sicher ein Fehler), die nächsten Berichte sind zumeist sehr aggressiv vorgetragene Statements, wobei auch oft eine gewisse, nicht unerhebliche Larmoyanz zur Schau getragen wird. Der einzige Lichtblick sind zwei Jugendliche, die davon träumen, einfach nur katholisch sein zu dürfen. Dabei ernten sie zustimmenden Beifall, aber nur von einem kleinen Teil des Auditoriums. Richtige Beifallsstürme erheischen hingegen die beiden letzten Wortmeldungen. Der erste ein von tiefem Leiden an der Kirche extrem betroffener älterer Herr,  – zeitweise befällt einem Angst, ob dieses Leiden an “Kirche” für seine Gesundheit nicht zuviel ist. Und natürlich unvermeidlich ganz am Ende obengenannter Emeritus, der nützliche Hinweise gibt, wie man argumentativ das “everything goes” in der Kirche stützen kann.
Beim Verlassen der Kirche komme ich mit einer älteren Frau ins Gespräch, die sich über die Unbarmherzigkeit der Kirche bei wiederverheiratet Geschiedenen beschwert. Interessant dabei ist, dass sie selbst fast 50 Jahre mit ihrem Mann verheiratet war, bevor er sie als Witwe zurücklassen mußte. Sie bringt es aber nicht fertig, ihre eigene positive Erfahrung mit der lebenslangen Treue als Schatz zu erkennen, den es mit anderen zu teilen gelte, sondern im Gegenteil behauptet sie, dass man dies von niemandem heute mehr verlangen könne. Da wurde mir wieder klar, wie lange und eifrig der Vater der Lüge, der alles umwendet und verdreht, auch in unserer Kirche schon gearbeitet hat, wenn Menschen eine letztlich doch so widersprüchlichen Auffassung vehement verteidigen.
Insgesamt fand ich trotz des ungemein starken Gegenwindes die Veranstaltung einen Erfolg, bin ich doch auch mit anderen zusammengekommen, die mit unserem Papst an der Entweltlichung unserer Kirche arbeiten. Und vielleicht ist ja der eine oder andere zum Nachdenken über seine Prioritäten gekommen? Morgen werde ich einen Rosenkranz in diesem Anliegen beten.

Sonntag, 25. September 2011

DANKE, HEILIGER VATER!!!

Die folgende Ansprache unseres Hl.Vaters als Krönung seines Besuches ist so wegweisend, dass wir sie gar nicht genug verbreiten und durchmeditieren können:

Liebe Mitbrüder im Bischofs- und Priesteramt! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Ich freue mich über diese Begegnung mit Ihnen, die Sie sich in vielfältiger Weise für die Kirche und für das Gemeinwesen engagieren. Dies gibt mir eine willkommene Gelegenheit, Ihnen hier persönlich für Ihren Einsatz und Ihr Zeugnis als „kraftvolle Boten des Glaubens an die zu erhoffenden Dinge" (Lumen gentium, 35) ganz herzlich zu danken. In Ihrem Arbeitsumfeld treten Sie bereitwillig für Ihren Glauben und für die Kirche ein, was in der heutigen Zeit nicht immer leicht ist.

Seit Jahrzehnten erleben wir einen Rückgang der religiösen Praxis, stellen wir eine zunehmende Distanzierung beträchtlicher Teile der Getauften vom kirchlichen Leben fest. Es kommt die Frage auf: Muß die Kirche sich nicht ändern? Muß sie sich nicht in ihren Ämtern und Strukturen der Gegenwart anpassen, um die suchenden und zweifelnden Menschen von heute zu erreichen?

Die selige Mutter Teresa wurde einmal gefragt, was sich ihrer Meinung nach als erstes in der Kirche ändern müsse. Ihre Antwort war: Sie und ich!


An dieser kleinen Episode wird uns zweierlei deutlich. Einmal will die Ordensfrau dem Gesprächspartner sagen: Kirche sind nicht nur die anderen, nicht nur die Hierarchie, der Papst und die Bischöfe; Kirche sind wir alle, wir, die Getauften. Zum anderen geht sie tatsächlich davon aus: ja, es gibt Anlaß, sich zu ändern. Es ist Änderungsbedarf vorhanden. Jeder Christ und die Gemeinschaft der Gläubigen sind zur stetigen Änderung aufgerufen.

Wie soll diese Änderung nun konkret aussehen? Geht es hier um eine Erneuerung, wie sie etwa ein Hausbesitzer durch die Renovierung oder den neuen Anstrich seines Anwesens durchführt? Oder geht es hier um eine Korrektur, um wieder auf Kurs zu kommen sowie schneller und geradliniger einen Weg zurückzulegen? Sicher spielen diese und andere Aspekte eine Rolle. Was die Kirche betrifft, ist das grundlegende Motiv der Änderung aber die apostolische Sendung der Jünger und der Kirche selbst.

Dieser ihrer Sendung muß sich die Kirche nämlich immer neu vergewissern. Die drei synoptischen Evangelien lassen verschiedene Aspekte des Sendungsauftrags aufleuchten: Die Sendung gründet in der persönlichen Erfahrung: „Ihr seid meine Zeugen" (Lk 24,48); sie kommt zum Ausdruck in Beziehungen: „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern" (Mt 28,19); und sie gibt eine universale Botschaft weiter: „Verkündet das Evangelium allen Geschöpfen" (Mk 16,15). Durch die Ansprüche und Sachzwänge der Welt wird aber immer wieder das Zeugnis verdunkelt, werden die Beziehungen entfremdet und wird die Botschaft relativiert. Wenn nun die Kirche, wie Papst Paul VI. sagt, „danach trachtet, sich selbst nach dem Typus, den Christus ihr vor Augen stellt, zu bilden, dann wird sie sich von der menschlichen Umgebung tief unterscheiden, in der sie doch lebt oder der sie sich nähert" (Enzyklika Ecclesiam Suam, 60). Um ihre Sendung zu verwirklichen, wird sie immer wieder auf Distanz zu ihrer Umgebung gehen, sie hat sich gewissermaßen zu „ent-weltlichen".

Die Sendung der Kirche kommt ja vom Geheimnis des Dreieinigen Gottes her, dem Geheimnis seiner schöpferischen Liebe. Die Liebe ist nicht nur irgendwie in Gott, er selbst ist vom Wesen her die Liebe. Und die göttliche Liebe will nicht für sich sein, sie will sich verströmen. Sie ist in der Menschwerdung und Hingabe des Sohnes Gottes in besonderer Weise auf die Menschen zugekommen. Er ist aus dem Rahmen seines Gottseins herausgetreten, hat Fleisch angenommen und ist Mensch geworden; und zwar nicht nur, um die Welt in ihrer Weltlichkeit zu bestätigen und ihr Gefährte zu sein, der sie ganz so läßt, wie sie ist. Zum Christusgeschehen gehört das Unfaßbare, daß es – wie die Kirchenväter sagen – ein sacrum commercium, einen Tausch zwischen Gott und den Menschen gibt, in dem beide – wenn auch auf ganz verschiedene Weise – Gebende und Nehmende, Schenkende und Empfangende sind. Der christliche Glaube weiß, daß Gott den Menschen in eine Freiheit gesetzt hat, in der er wirklich Partner sein und mit Gott in Tausch treten kann. Zugleich ist dem Menschen klar, daß dieser Tausch nur dank der Großmut Gottes möglich ist, der die Armut des Bettlers als Reichtum annimmt, um das göttliche Geschenk erträglich zu machen, dem der Mensch nichts Gleichwertiges zu bieten vermag.

Die Kirche verdankt sich ganz diesem ungleichen Tausch. Sie hat nichts an Eigenem gegenüber dem, der sie gestiftet hat. Sie findet ihren Sinn ausschließlich darin, Werkzeug der Erlösung zu sein, die Welt mit dem Wort Gottes zu durchdringen und die Welt in die Einheit der Liebe mit Gott zu verwandeln. Die Kirche taucht ganz ein in die Hinwendung des Erlösers zu den Menschen. Sie selbst ist immer in Bewegung, sie muß sich fortwährend in den Dienst der Sendung stellen, die sie vom Herrn empfangen hat. Die Kirche muß sich immer wieder neu den Sorgen der Welt öffnen und sich ihnen ausliefern, um den heiligen Tausch, der mit der Menschwerdung begonnen hat, weiterzuführen und gegenwärtig zu machen

In der geschichtlichen Ausformung der Kirche zeigt sich jedoch auch eine gegenläufige Tendenz, daß nämlich die Kirche sich in dieser Welt einrichtet, selbstgenügsam ist und sich den Maßstäben der Welt angleicht. Sie gibt nicht selten Organisation und Institutionalisierung größeres Gewicht als ihrer Berufung zur Offenheit auf Gott und der Welt auf den anderen hin

Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen, muß die Kirche immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von der Weltlichkeit der Welt lösen. Sie folgt damit den Worten Jesu nach: „Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin" (Joh 17,16). Die Geschichte kommt der Kirche in gewisser Weise durch die verschiedenen Epochen der Säkularisierung zur Hilfe, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben.

Die Säkularisierungen – sei es die Enteignung von Kirchengütern, sei es die Streichung von Privilegien oder ähnliches – bedeuteten nämlich jedesmal eine tiefgreifende Entweltlichung der Kirche, die sich ja dabei gleichsam ihres weltlichen Reichtums entblößt und wieder ganz ihre weltliche Armut annimmt. Damit teilte sie das Schicksal des Stammes Levi, der nach dem Bericht des Alten Testamentes als einziger Stamm in Israel kein eigenes Erbland besaß, sondern allein Gott selbst, sein Wort und seine Zeichen als seinen Losanteil gezogen hatte. Mit ihm teilte sie in jenen geschichtlichen Momenten den Anspruch einer Armut, die sich zur Welt geöffnet hat, um sich von ihren materiellen Bindungen zu lösen, und so wurde auch ihr missionarisches Handeln wieder glaubhaft.

Die geschichtlichen Beispiele zeigen: Das missionarische Zeugnis der entweltlichten Kirche tritt klarer zutage. Die von materiellen und politischen Lasten befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben. Die missionarische Pflicht, die über der christlichen Anbetung liegt und die ihre Struktur bestimmen sollte, wird deutlicher sichtbar. Sie öffnet sich der Welt, nicht um die Menschen für eine Institution mit eigenen Machtansprüchen zu gewinnen, sondern um sie zu sich selbst zu führen, indem sie zu dem führt, von dem jeder Mensch mit Augustinus sagen kann: Er ist mir innerlicher als ich mir selbst (vgl. Conf. 3, 6, 11). Er, der unendlich über mir ist, ist doch so in mir, daß er meine wahre Innerlichkeit ist. Durch diese Art der Öffnung der Kirche zur Welt wird damit auch vorgezeichnet, in welcher Form sich die Weltoffenheit des einzelnen Christen wirksam und angemessen vollziehen kann.

Es geht hier nicht darum, eine neue Taktik zu finden, um der Kirche wieder Geltung zu verschaffen. Vielmehr gilt es, jede bloße Taktik abzulegen und nach der totalen Redlichkeit zu suchen, die nichts von der Wahrheit unseres Heute ausklammert oder verdrängt, sondern ganz im Heute den Glauben vollzieht, eben dadurch daß sie ihn ganz in der Nüchternheit des Heute lebt, ihn ganz zu sich selbst bringt, indem sie das von ihm abstreift, was nur scheinbar Glaube, in Wahrheit aber Konvention und Gewohnheiten sind.

Sagen wir es noch einmal anders: Der christliche Glaube ist für den Menschen allezeit, nicht erst in unserer Zeit, ein Skandal. Daß der ewige Gott sich um uns Menschen kümmern, uns kennen soll, daß der Unfaßbare zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort faßbar geworden sein soll, daß der Unsterbliche am Kreuz gelitten haben und gestorben sein soll, daß uns Sterblichen Auferweckung und Ewiges Leben verheißen ist – das zu glauben ist für die Menschen allemal eine Zumutung.

Dieser Skandal, der unaufhebbar ist, wenn man nicht das Christentum selbst aufheben will, ist leider gerade in jüngster Zeit überdeckt worden von den anderen schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens. Gefährlich wird es, wenn diese Skandale an die Stelle des primären skandalon des Kreuzes treten und ihn dadurch unzugänglich machen, also den eigentlichen christlichen Anspruch hinter der Unbotmäßigkeit seiner Boten verdecken.

Um so mehr ist es wieder an der Zeit, die wahre Entweltlichung zu finden, die Weltlichkeit der Kirche beherzt abzulegen. Das heißt nicht, sich aus der Welt zurückzuziehen. Eine vom Weltlichen entlastete Kirche vermag gerade auch im sozial-karitativen Bereich den Menschen, den Leidenden wie ihren Helfern, die besondere Lebenskraft des christlichen Glaubens vermitteln. „Der Liebesdienst ist für die Kirche nicht eine Art Wohlfahrtsaktivität, die man auch anderen überlassen könnte, sondern er gehört zu ihrem Wesen, ist unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst" (Enzyklika Deus caritas est, 25). Allerdings haben sich auch die karitativen Werke der Kirche immer neu dem Anspruch einer angemessenen Entweltlichung zu stellen, sollen ihr nicht angesichts der zunehmenden Entkirchlichung ihre Wurzeln vertrocknen. Nur die tiefe Beziehung zu Gott ermöglicht eine vollwertige Zuwendung zum Mitmenschen, so wie ohne Zuwendung zum Nächsten die Gottesbeziehung verkümmert.

Offensein für die Anliegen der Welt heißt demnach für die entweltlichte Kirche, die Herrschaft der Liebe Gottes nach dem Evangelium durch Wort und Tat hier und heute zu bezeugen, und dieser Auftrag weist zudem über die gegenwärtige Welt hinaus; denn das gegenwärtige Leben schließt die Verbundenheit mit dem Ewigen Leben ein.

Leben wir als einzelne und als Gemeinschaft der Kirche die Einfachheit einer großen Liebe, die auf der Welt das Einfachste und Schwerste zugleich ist, weil es nicht mehr und nicht weniger verlangt, als sich selbst zu verschenken.

Liebe Freunde! Es bleibt mir, den Segen Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes für uns alle zu erbitten, daß wir in unserem jeweiligen Wirkungsbereich immer wieder neu Gottes Liebe und sein Erbarmen erkennen und bezeugen können. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

Freitag, 19. August 2011

Ein Gespenst geht um in Europa –

Glauben wir dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, so steht Deutschland, vielleicht sogar Europa, wenn nicht gar der ganzen Welt ein "heißer Herbst" bevor. Hat uns doch der Tagesspiegel verkündet: Er "fürchtet dagegen, fundamentalistische Katholiken könnten Papstkritiker angreifen. Er hat nach der Anschlagsdrohung gegen Papstgegner in Madrid eine schriftliche Frage an die Bundesregierung gerichtet, die dem Tagesspiegel vorliegt. Der Grünen-Politiker will wissen, welche Erkenntnisse Regierung und Sicherheitsbehörden zu möglichen „extremistischen Bestrebungen gegen Papstkritiker" haben."
Stehen also die Zeichen auf Sturm?
Formiert sich gerade eine KAF (Katholische Armee Fraktion) oder nennt sie sich vielleicht doch Thebanische Legion?
Hat Volker Beck Angst vor seinem eigenen Autodafé?
Werden bald alle katholischen Blogger rastergefahndet, um den Sympathisantensumpf trockenzulegen?



Wie absurd darf es denn bitte noch sein?
Vielleicht noch einmal zum Mitschreiben (sofern die Fähigkeiten dazu vorhanden):
Es kann keinen katholischen Terrorismus geben!!!!!!!!!!!!!
Terrorismus wird durch die Bibel und die Lehre der Kirche als Sünde gebrandmarkt!!!!!


Nur interessant ist ja auch noch, dass sich Volker Beck zusammen mit dem ganzen Islam als Opfer zukünftiger katholischer Gewalt sieht, wenn er zu Protokoll gibt: „Es brodelt ein gefährliches Gemisch aus islamfeindlichem und homophobem Hass."


Lieber Volker Beck!
Ein kleiner Blick in die sicherlich noch ungewohnte Realität, könnte Ihnen schnell klarmachen, was mit Ihnen wohl auf dem Boot passiert durch diejenigen, mit denen Sie sich da zusammen als Opfer hineingesetzt haben. Der Islam sieht für Homosexuelle die Todesstrafe vor und wo die Scharia herrscht, wird sie auch ohne Zögern, sogar an Minderjährigen vollzogen.
Der Katechismus der Katholischen Kirche (2358) hingegen schreibt: "Excipiendi sunt observantia, compassione et suavitate. Relate ad eos vitandum est quodlibet iniustae discriminationis signum." "Sie müssen mit Achtung, Mitgefühl und Takt angenommen werden. In Bezug auf sie ist jedwede Art ungerechter Diskriminierung zu vermeiden."
Und jetzt stellen Sie sich nochmals die Frage, wie hoch wohl das tatsächliche Drohpotential glaubenstreuer katholischer Christen ist!

Sonntag, 14. August 2011

Irrsal und Wirrsal - Bestgehütetstes Geheimnis des Dekanates Karlsruhe endlich gelüftet

Zur Zeit halte ich mich in meinem Geburtsort Karlsruhe auf und war dort auf der Suche nach einem Gottesdienst im usus antiquior. Durch introibo.net wurde ich auf eine Messe im Gregorianischen Ritus aufmerksam, die einmal im Monat stattfinden solle. Aber schon der Verweis führte auf Fehler 404 der Website des Erzbistums Freiburg. Nach einigem Suchen dort gelang es mir allerdings einen Eintrag zu finden:
Karlsruhe-Forchheim, Maria-Hilf-Kapelle, Im Silberstreifen,
jeden zweiten Sonntag im Monat, 10.30 Uhr
Da ich aber nun ein von Natur aus mißtrauischer Mensch bin, was derartige allgemeine Ankündigungen betrifft, versuchte ich herauszufinden, ob diese Messe auch in den Sommerferien stattfände. Zuerst suchte ich die entsprechende Gemeinde heraus. Unter den angezeigten Gottesdiensten des 14.8. befand sich jedoch für 10.30 Uhr keine Messe in der Maria Hilf Kapelle. Ich ergriff das Telefon und versuchte zur dortigen Bürozeit jemanden zu erreichen - ein vollkommener Fehlschlag, niemand nahm ab.
Daraufhin wählte ich die Nummer des "Kirchenfensters", einer Informationsstelle des Dekanates Karlsruhe. Keineswegs unfreundlich erklärte man mir allerdings, dass man keine Informationen über eine tridentinische Messe habe. Auf meinen Hinweis auf die Website der Erzdiözese hin, stellte mir die freundliche Frau am anderen Ende in Aussicht, dass sie mich zurückriefe, sollte sie etwas herausgefunden haben, verwies mich aber erstmals an das Büro der Seelsorgeeinheit Rheinstetten. Die dortige Mitarbeiterin zeigte großes Erstaunen, dass es "so etwas" in der Seelsorgeeinheit gäbe, und sagte dass es sich um eine "überregionale Sache" handle, von der sie nichts wisse, verband mich allerdings mit dem Pfarrer. Dieser - als Verantwortlicher der Seelsorgeeinheit - erklärte mir freundlich, dass er "damit" nichts zu tun habe und riet mir, die Gemeinde in Forchheim anzurufen. Meinem Hinweis, dass sich dort trotz Bürozeit niemand melde, entgegnete er, die Sekretärin sei sicher verspätet und wäre jetzt bestimmt da, was sich allerdings - welch Überraschung - nicht bewahrheitete. Immer noch nicht entmutigt forschte ich auf den Seiten des Dekanates unter den Gottesdienstankündigungen. Dort fand ich fein säuberlich und leicht auffindbar die "Taizegottesdienste" der ganzen Stadt,
ebenso den
Gottesdienst für Angehörige von Suizidtoten,
die Trost-Gottesdienste für trauernde Eltern,
den Gottesdienst zum Weltaidstag,
die Trost-Weihnacht für Trauernde,
den Gottesdienst zum Valentinstag für Liebende und Verliebte,
den Gottesdienst zum Gedenken an Verkehrsopfer,
den Gottesdienst für Menschen in Trennnung und Scheidung
und last but not least
die Queer-Gottesdienste für Homosexuelle.
Allerdings nicht der leiseste Hinweis auf die Messe aller Zeiten. Doch dann bekam ich vom "Kirchenfenster" nach zwei Stunden einen Rückruf mit der Bestätigung, dass die Messe um 10.30 Uhr stattfinde.
Nachdem nun der Termin geklärt war, konnte ich mich an die Suche des Ortes, der Maria-Hilf-Kapelle, machen. Dazu muss man wissen, dass das Dekanat Karlsruhe städtisch geprägt ist und über eine Unzahl von Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet verfügt, in denen meistens maximal ein Sonntagsgottesdienst stattfindet. Forchheim- Silberstreif liegt im letzten Winkel des Dekanats, im Niemandsland zum angrenzenden Sprengel. Nach einer etwa 40-minütigen Fahrradtour fand ich in Forchheim-Silberstreif die Straße "Silberstreif", aber keine Kapelle dort. Nach intensiver Befragung der Einheimischen verwies man mich an folgende Kreuzung:






Nur wer weiß, dass hinter den Bäumen etwas ist, erkennt auch die Kapelle, die allerdings nur als Waldkapelle ausgeschrieben ist. Nach dieser Odyssee konnte ich nun endlich an der Messe teilnehmen, wobei der Zelebrant zeitweise deutlich mit den Rubriken und dem Latein überfordert war - nichtsdestotrotz eine schöne, beglückende Erfahrung am Ende dieses Weges.
Sicherlich wäre es bösartig zu behaupten, dass sowohl Nichtveröffentlichung dieses Gottesdienstes, als auch die Wahl des Ortes darauf hinweisen, dass interessierte Kreise die Zahl der Gläubigen, die diese Messe mitfeiern, künstlich niedrig halten wollen.

Der Zuständige für die Feier der außerordentlichen Form der Hl.Messe ist folgendermaßen zu erreichen:
Erzbischöfliches Ordinariat
Referat Liturgie und Ökumene
Dr. Peter Birkhofer
Schoferstr. 2, 79098 Freiburg
Telefon: 0761 / 2188 -247
Telefax: 0761 / 2188-397
liturgie@ordinariat-freiburg.de

Montag, 8. August 2011

"Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen"

Wer bislang noch der Meinung war, dass es einer Reise nach Belarus (Weißrussland) bedürfe, um noch die glorreiche Sowjetunion zu erleben, der braucht selbige gar nicht erst antreten, sondern kann dieser nostalgischen Idylle in der kirchensteuerfinanzierten Verwaltung und Hierarchie von KID ("Kirche" in Deutschland) fröhnen.
Vom PfarrgemeindeRAT und StiftungsRAT bzw. VerwaltungsRAT auf der untersten Ebene, über den DekanatsRAT auf der mittleren und den DiözesanRAT auf der oberen Bistumsebene ergänzt durch den PriesterRAT und einer Vielzahl anderer RÄTE werden Entscheidungen in diesen Sowjets gefällt. Über allem thront wie sollte es nicht anders sein, das ZK (Zentralkommittee) der deutschen Katholiken, wohlweislich ergänzt durch den Ständigen RAT der Deutschen Bischofskonferenz mit seinem PolitBÜRO in Berlin.
In dieser Räterepublik streng nach sowjetischem Vorbild erstarrt unsere Kirche schon seit mehr als vierzig Jahren (womit auch die DDR als längstes bolschewistisches Experiment auf deutschem Boden bereits geschlagen ist!), alles nach dem Leitspruch der Genossen "Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen". Und obwohl dieses Menetekel schon längst an vielen Wänden, vor allem auch auf vielen Webseiten geschrieben steht, setzen die alten Kader die Sowjetpolitik fort, besonders indem sie die Kollektivierung der Viehzucht vorantreiben und die Schafe in riesigen Kolchosen oder auch Sowchosen zusammenpferchen mit kollektiver Selbstverwaltung (Pastoralteam), das dann aber doch von der Bistumsleitung bestellt wird.

So weit, so bekannt!
Nun gibt es aber erste Hinweise - wie den Aussagen einer bestimmten Memorandistin zu entnehmen ist - dass sich dieses überlebte System mit allen Mitteln gegen jede Veränderung zu stemmen bereit ist. Unter Zuhilfenahme des weltlichen Armes lockt den einen oder anderen auch die "chinesische Lösung".

Montag, 25. Juli 2011

Wider das Denunziantentum III

Schon wieder hören wir von dem Leitwolf der "konzilsbewegten Mehrheit", dem Jesuitenpater Klaus Mertes, ein lautes Heulen und Klagen über eine Gruppe von Menschen, ohne die unsere Kirche mehr als nur "einige Schritte weiter" wäre. Ihr natürliches Habitat ist ein Reich der Schatten, wo im Gegensatz zur lichtdurchfluteten Kirche "in Verbänden, Gremien oder gar im Zentralkomitee der deutschen Katholiken" beständig tiefe Dunkelheit herrscht. Als selbsternannter Ethnologe hat P.Mertes dieser Horde den Namen "Dunkelkatholiken". zugeordnet. Wie sind diese Gestalten nun zu charakterisieren?
-pöbelnd
-laut
-selbstgerecht
-frech
-denunzierend
-angstverbreitend
-beschimpfend
-jammernd
-lamentierend
-schweigend
-anonym
Doch fällt uns da nicht eine gewisse Inkonsistenz auf?
Irgendwie passen ja schweigen und denunzieren nicht so gut zusammen, aber nein dieses lichtscheue Gesindel schweigt ja nur, wenn es von der erhabenen, ätherischen Schar des P.Mertes heißt "Wir stellen Fragen."
Das mag, lieber Pater Mertes daran liegen,
dass von Ihrer Seite ja auch keine Fragen gestellt, sondern laute Forderungen erhoben werden.
dass eigentlich schon immer klar ist, wie ein vermeintlicher Dialog zu enden hat,
dass Angst vor einem vermeintlichen Roll-Back geschürt wird,
dass Katholiken, die den Fehler begehen, dem Lehramt und dem Papst treu zu sein, in frecher und selbstgerechter Manier beschimpft und angepöbelt werden
dass katholische Wortmeldungen, die dem Zeitgeist entgegenstehen, jammernd und lamentierend bei entsprechenden Medien denunziert werden.
Einem Vorwurf möchte ich aber vehemnt entgegentreten:
Hier in unserer Blogoezese vertreten reale, selbstverantwortliche Menschen ihre Meinungen und stehen auch offen dazu! Wir bilden keine Parallelwelt, sondern leben das, was uns am Wichtigsten ist - unseren katholischen Glauben!

Samstag, 16. Juli 2011

Vorsicht!!! Bar auch der geringsten Spur von PC!

Als ich folgende Äußerung von Dr. Beatrice von Weizsäcker/München lesen mußte:
Der wahre Spalter der katholischen Kirche sitzt nicht im Generalsekretariat der deutschen Bischofskonferenz in Bonn, sondern in der FOCUS-Redaktion in München. Er heisst nicht Hans Langendörfer, sondern Alexander Kissler." erinnerte ich mich eines Dictum des Heiligen Apostels Paulus: Mulieres in ecclesiis taceant (1 Kor 14,34). Jedoch schien mir dieses nicht auf obengenannte Person wirklich zuzutreffen, da sie ja nicht zur "una sancta" zählt und Paulus nicht geschrieben hat:"Mulieres in communitatibus Ecclesialibus taceant"
Da war doch aber noch etwas im Alten Testament (nicht im 1. Testament!!!!!). Sagt uns nicht Jesus Sirach: "Eine Gottesgabe ist eine schweigsame Frau" (Sir 26,14) und im Kapitel zuvor: "Gib dem Wasser keinen Abfluß und einer schlechten Frau keine Freiheit." (Sir 25,25)
Aber sorry, sorry, sorry ist ja für die Protestanten "apokryph" da die VERITAS ja nur eine HEBRAICA sein kann.
Was macht man, wenn gar nichts mehr hilft, dann doch ein Blick in unser gutes DEUTSCHES Kulturgut:

Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.

(Schiller: Lied von der Glocke)

Sonntag, 10. Juli 2011

Was braucht unsere Kirche heute?

Als ich heute morgen an der Heiligen Messe im "usus antiquior" teilnahm, bin ich in der Oratio (entspricht im "novus ordo" dem Tagesgebet) auf folgende Bitte gestoßen : Ut .. Ecclesia tua tranquilla devotione laetetur. Leider ist die Übersetzung im Schott nicht wörtlich (dass Deine Kirche Dir in Ruhe freudig diene), eigentlich wird darum gebetet, dass "Deine Kirche sich an ruhiger Ergebenheit (aber auch Frömmigkeit/Andacht) erfreue."
Wichtig sind mir dabei vier Aspekte, die uns gerade in den aktuellen Diskussionen immer bewußt sein sollten:
1. "Tua Ecclesia" (Deine Kirche). Es ist die Kirche wesentlich eine Gabe Gottes an uns. Sie gehört nicht zu unserer Verfügungsmasse. Wir sind nur dazu aufgerufen, dieses Geschenk anzunehmen und es an andere weiterzuschenken (tradere - traditio).
2. "laetetur" (erfreue). Kirche hat etwas mit "Freude" zu tun, allerdings nicht mit oberflächlichem Spaß, sondern mit diesem tiefen Empfinden, dass unsere Herzen zum Springen bringt, dass uns jubeln und frohlocken läßt.
3. "devotio" (Ergebenheit, Frömmigkeit, Andacht). Die Kirche erfreut sich an dieser Ergebenheit in Gott. Wo Menschen auf Gottes Willen hin transparent werden, wo sie nicht mehr dem eigenen "ego" den Vorrang geben, sondern sich Gott ganz hingeben, dort ist die freudig frohlockende Kirche.
4. "tranquilla" (ruhig). Abseits des Getöses und des Lärms, der uns von allen Seiten entgegengeschleudert wird, jenseits der Suche nach medialer Aufmerksamkeit, aber nicht nur im stillen Kämmerchen (Wer einmal eine große Menge andächtig schweigend erlebt hat, kann sich vorstellen, welche Wirkung Ruhe auf Menschen hat) entfaltet die tranquilla devotio, die ruhige Ergebenheit ihre volle Kraft.

DA NOBIS, DOMINE, UT ECCLESIA TUA TRANQUILLA DEVOTIONE LAETETUR!!!!!!

Samstag, 9. Juli 2011

HOMICIDA AB INITIO - PATER MENDACII PARS I

"ille HOMICIDA erat AB INITIO et in veritate non stetit quia non est veritas in eo cum LOQUITUR MENDACIUM ex propriis loquitur quia MENDAX est et PATER eius". "Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge." Joh 8,44
Warum hat er schon wieder einen solchen Sieg errungen?
Wie kann es passieren, dass 70 Jahre nach den furchtbaren Verbrechen, die unter dem Programm Euthanasie (Trägt dieses Wort nicht schon die Handschrift des Vaters der Lüge?) in unserem Vaterland verübt wurden, die Mehrheit unserer Volksvertreter sich dafür ausspricht, lebensunwertes und lebenswertes Leben voneinander zu selektieren? Völlig eingelullt durch Lügen und Halbwahrheiten, beglückwünschen sich alle zu einer einmaligen Debatte des Bundestages, aber die schreckliche Wahrheit veröffentlicht kaum eines unserer Medien.
Die Entscheidung über die PID wird dargestellt, als die Frage, ob eine Untersuchung befruchteter Eizellen erlaubt sei.
Ja, warum soll sie denn nicht untersucht werden? fragt sich der uninformierte Bürger.
Es wird eine genetisch gesunde Eizelle gesucht, die dann der Mutter eingepflanzt wird.
Selbstverständlich soll der Mutter eine gesunde und keine kranke Eizelle eingepflanzt werden. Wo liegt hier eigentlich das Problem?fragen sich viele.
Da regen sich die Katholiken doch nur wieder künstlich auf, die sind ja sogar so pedantisch, beschränkt und altmodisch, dass sie einer erblich belasteten Mutter kein gesundes Kind gönnen.

Mit diesem Kunstgriff, diejenigen, die ein durch und durch gutes Anliegen vertreten, im Licht der Lieblosigkeit und Menschenfeindlichkeit erscheinen zu lassen, hat der Vater der Lüge einen klaren Sieg errungen und ist, wenn man bedenkt, dass 97% der befruchteten Eizellen, der kleinen Menschen bei diesem Verfahren ermordet werden, im wahren Sinne des Wortes ein Mörder von Anbeginn.

Freitag, 8. Juli 2011

Offener Brief: Blamage der Ausladung von 10000 Pilgern in Erfurt

Gerade habe ich diesen Brief an die Deutsche Bischofskonferenz geschickt
hier der Link (vielleicht schließt sich ja noch der ein oder andere an!?!):
http://www.dbk.de/nc/footer/kontakt/


Sehr geehrte Damen und Herren!
Mit tiefer Bestürzung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass in Erfurt über 10000 Menschen versagt wurde, den Heiligen Vater zu sehen und mit ihm zu beten. Es ist eine Schande, dass die als hervorragende Organisatoren weltweit bekannten Deutschen, es NICHT vermögen, allen Pilgern Zugang zum Heiligen Vater zu gewähren, der dazu noch seit fast 500 Jahren der erste Deutsche auf dem Thron Petri ist. In anderen viel weniger  "organisierten" Ländern scheint dies bisher nie ein Problem gewesen zu sein. Ich appelliere an alle Bischöfe, noch eine Möglichkeit zu finden, diese Blamage zu verhindern! Nicht zuletzt ist Erfurt ja auch eine wichtige Station in den säkularisierten Neuen Ländern, wo es doch gerade jeder Interessierte verdient, herzlich willkommen geheißen zu werden.
Mit dieser innigen Bitte verbleibe ich
mit freundlichem Gruß und der Bitte um Gottes Segen für Sie!
Günther Knobloch


Erstaunlicherweise erhielt ich sogar eine Antwort. Allerdings hatte sie YAHOO unter Spam eingeordnet (welche höhere Intelligenz hatte denn da ihre Hand im Spiel?), und so habe ich sie erst heute gefunden:

Sehr geehrter Herr Knobloch,

wir versagen nicht 10.000 Menschen den Zugang, wir können ihn nicht leisten, weil der Ort für den Gottesdienst bereits völlig überfüllt ist. Sie werden sicherlich zustimmen, dass wir alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen realisieren müssen. Alle Pilger, die wir nicht auf den Domplatz zulassen können, laden wir ein, nach Etzelsbach zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Kopp
Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz,
Leiter der Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Bischofskonferenz
Kaiserstraße 161, D - 53113 Bonn
Tel.: +49 - 228 - 103 215
Fax: +49 - 228 - 103 254
Internet: www.dbk.de

Doch so mochte ich die Sache nicht auf sich beruhen lassen und schickte folgende Antwortmail:


Sehr geehrter Herr Kopp!
Vielen Dank für Ihre prompte knappe Antwort. Leider ist sie von YAHOO unter Spam eingeordnet und deshalb von mir erst jetzt entdeckt worden.
Ob wir es jetzt absagen oder versagen nennen, halte ich für eine ziemlich unerhebliche Wortklauberei. Fakt ist jedenfalls, dass es inzwischen schon 15000 Menschen nicht möglich sein wird, den Papst in Erfurt zu treffen. Darin stimmen Sie sicherlich mit mir überein.
Geradezu rührend allerdings finde ich es, wie man sich um die Sicherheit der Menschen bemüht, indem man sie am besten erst gar nicht kommen läßt. Ein Platz auf dem nachweislich schon 100000 Menschen Platz fanden, faßt auf Grund von Sicherheitsbestimmungen nur noch 25000 Personen. Welche derartig platzgreifende Sicherheitsmaschinerie läuft denn hier an? Gab es damals bei unserem Bundeskanzler keine Sicherheitsvorkehrungen?
Aber selbst vorausgesetzt, das heutige Sicherheitskonzept wäre alternativlos, hätte man sich nicht frühzeitig um einen anderen Veranstaltungsort bemühen können.
Da drängen sich doch die Parallelen zum Eiertanz bezüglich des Veranstaltungsortes in Berlin auf. Hier mußten die Organisatoren zum Olympiastadion "getragen" werden.
Warum diese Ängstlichkeit? Ganz offenkundig weiß unser Hl. Vater doch sehr viele Menschen zu begeistern, weit mehr als sich die DBK vorgestellt hat. Sogar weit mehr als sich eine ganze Reihe von Menschen außerhalb und innerhalb der Kirche wünschen.
Ich finde es weiterhin eine Schande, dass Gäste zu diesem Fest des Glaubens auf Grund von organisatorischer Unfähigkeit oder vielleicht auch auf Grund von bewußter Sabotage des Papstbesuches ausgeladen wurden.
Mit freundlichem Gruß
Günther Knobloch


Samstag, 2. Juli 2011

Wider das Denunziantentum II

"Dabei leiden anscheinend, wie man vernehmen kann, durchaus auch Bischöfe darunter, dass sie selber in Rom denunziert werden - und dass die Denunzianten fast durchweg vom traditionellen Spektrum mit ihrer „Information" dort anscheinend immer wieder auf genug Leute treffen, die ihren Einflüsterungen wohlwollend begegnen, statt sie auch einmal barsch und energisch an den Ortsbischof zurückzuverweisen."
so schreibt Johannes Röser am 3.7.11 in der Online-Ausgabe von "Christ in der Gegenwart".
Endlich einmal Schützenhilfe für die armen, DENUNZIERTEN Bischöfe aus der Mitte des katholischen Journalismus, der Speerspitze der "zutiefst Reformwilligen", der "umsichtigen, frommen Politiker" und nicht zuletzt auch der "angesehenen Gelehrten", also allgemein der "konzilsbewegten Mehrheit", dem "Christ in der Gegenwart".
Liest man den Artikel "Kirche wohin" so scheint die Antwort eindeutig - ZURÜCK! So werden die "von vielen ersehnten Aufbrüche des Zweiten Vatikanischen Konzils" beschworen und der "offenkundige restaurative Kurswechsel gegenüber vielem, was im Zweiten Vatikanischen Konzil angedacht und angeregt worden war" beklagt. Was da genau angedacht war, wird ja auch schnell deutlich.
Ja,ja, ja ich kann es auch nicht mehr hören, aber hier noch ein allerletztes Mal:

"freiwilliger Zölibat unter Weltpriestern"
"Einführung eines Diakonatsamts der Frau"
"Demokratisierung"
"Gewaltenteilung und Gewaltenkontrolle in der Kirche"
"Überlegungen zu einer zeitgemäßen Sexualmoral"
"und anderes mehr" (Was sich dahinter verbirgt will ich gar nicht wissen!)
Großzügig wird auch noch eine Runde Mitleid spendiert für Wortmeldungen "voller tiefster Unruhe und Sorge über aktuelle lehramtliche Trends und Entscheidungen. ... Besonders aufwühlend sind Rückmeldungen sehr vieler Priester, die sich in ihrer seelischen Not sogar von ihren eigenen Bischöfen nicht verstanden, im Stich gelassen, ja verprellt fühlen".

Moment mal -
warum gerät man in Unruhe und Sorge über lehramtliche Entscheidungen?
warum resultiert aus eben diesen seelische Not?


Weil die oben beschriebenen Leidenden eben NICHT als "´Stiefkind` der Säkularisierung" gelten, NICHT als Mitglied der "mittleren und jüngeren Generation nach Halt und Orientierung in einer unübersichtlichen pluralistischen Welt" suchen, NICHT "eine tiefe Abneigung gegen die Vielfalt des Religiösen innerhalb wie außerhalb der je eigenen Glaubensgemeinschaft" hegen, NICHT "die „wahre" alte Lehre" durchsetzen wollen.

Immerhin eröffnet der Autor einen Weg für alle unterdrückten, erschöpften, frustrierten Reformwilligen. So hat das Wirken all der schlimmen DENUNZIANTEN dazu geführt, dass sich "etliche der einst innerkirchlich engagierten jüngeren (d.h. die heute alten bis uralten Anm.d.Verf.) Leute mittlerweile in der Grünen-Bewegung beheimatet fühlen, wo sie ihre Innovationsleistungen besser gewürdigt sehen."

Liebe
„Altliberale", „Altkluge", „Achtundsechziger" und „Aussterbende"
entschuldigt bitte,
wir haben einen Fehler gemacht,
indem wir Euch als Alternative die protestantischen kirchenähnlichen Gemeinschaften empfohlen haben!!!!!
Nostra maxima culpa!

Folgender Link führt Euch sicher auf den rechten Weg

http://www.gruene.de/partei/mitglied-werden.html


Lieber "Bibo"!
Bist Du auch dabei?


Freitag, 1. Juli 2011

Cupiditas vitae alienae???????

Liebe Leser und Kommentatoren!
Herzlichen Dank für Eure Willkommensgrüße und Segenswünsche!
Ich bin noch neu hier und so nehme ich die Gelegenheit wahr, etwas mehr von mir zu erzählen. Ich bin als Kind des Konzils (Jahrgang 1965) in einer ziemlich typischen "nachkonziliaren" Gemeinde aufgewachsen. Dort lernte ich die Kirche und die Liturgie zu lieben und war auch begeisterter Ministrant. Während meines Studiums und danach entfernte ich mich innerlich immer weiter von Kirche und Glauben. Erst durch die Begegnung mit der Gregorianischen Messe hat sich mein Leben wieder am Katholischen Glauben orientiert (Darüber poste ich vielleicht einmal länger!). Deshalb verdanke ich ihr sehr viel! Das heißt nun allerdings nicht, dass ich an keiner Messe im Novus Ordo teilnehme. Wenn es organisatorisch nicht anders geht, nehme ich selbstverständlich am neuen Usus teil. Nicht zuletzt ist es ja auch die Form, in der der Heilige Vater seine öffentliche Liturgie gestaltet, die regelmäßig - soweit möglich - an Ostern von mir besucht wird. Ich halte es für keine angemessene katholische Einstellung, die korrekt gefeierte Messe gemäß den Büchern von Paul VI. als häretisch abzulehnen. Allerdings trifft man ja häufig auf den unordentlichen Usus, den ich - sicherlich verständlicherweise - am liebsten aus der Kirche verbannt sähe!

Mittwoch, 29. Juni 2011

Wider das Denunziantentum!

Denunzianten
Welch Zauber wohnt diesem Worte inne!
Wer denkt da nicht an schmierige, triefäugige Typen, die jede Gelegenheit wahrnehmen, den strahlenden Helden in silberglänzender Rüstung von seinem schneeweißen Pferd in den Schlamm zu zerren, ihn mit dem Auswurf ihrer Gemeinheit zu besudeln und ihn auf ihr unterirdisches Niveau herabzuziehen?
Gerne paart sich dieser Begriff ja auch noch mit dem Begriff "Schwein" und die Kombination "Schweine und Denunzianten" wird dadurch zum allerletzten Abschaum, den die Menschheit bislang hervorgebracht hat.

Doch wem ist nun eine solche Zuordnung (Denunziant) zugedacht worden?
Wer spricht ein solch harsches Verdikt (Denunziant) aus?

Wie uns das örtliche diözesane Kampfblatt "Kirchenbote" meldet, hat sich Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück, diesen Vorwurf zu Eigen gemacht, um die Gläubigen zu charakterisieren, die sich mit ihren Beschwerden über heterodoxe Aussagen und Vorkommnisse direkt an Rom wenden.

Pfui! Man petzt doch nicht!
Böse! Böse!!! Böse!!!!!!!!!

Vielleicht wäre hier jedoch einmal ein genauerer Blick in die Realität von Nöten. Nehmen wir einen ganz normalen katholischen Gläubigen, der sich vor der Messe die entsprechenden Texte im Schott durchgelesen hat, selbige aber während des Ritus entweder nicht oder nur extrem verstümmelt wiederfindet, sich allerdings eine Predigt anhören muss, in der sich nicht nur eine geleugnete Glaubenswahrheit versteckt hat.
Sicherlich ist es richtig, sich zuerst mit dem Zelebranten zu unterhalten, was sich häufig aber als schwierig erweist, da der einfache Gläubige oft als inkompetent belächelt, als Pedant verspottet oder auch gerne mal ins Licht des "Klerikalfaschisten" gerückt wird. Sollte selbiger sich dadurch noch nicht entmutigt gefühlt haben, wird er sich vielleicht an den Pfarrgemeinderat wenden, bei dem allerdings die gleichen Reaktionen wie oben zu erwarten sind, gegebenfalls ergänzt durch das Attribut "Spalter". Immer noch bereit, diesen steinigen Weg weiterzugehen, setzt er letztlich ein Schreiben an den Bischof auf. Die Reaktion sieht dann vermutlich so aus:











































Nun gut, denkt sich der wohlmeinende Katholik, vielleicht ist mein Schreiben ja irgendwie verlorengegangen. Das kann bei einer Verwaltung ja immer wieder passieren. Und tatsächlich schickt er nach sechs Monaten ein neues Schreiben. Auch hier ist die Antwort:





































Aller guten Dinge sind drei, denkt er sich und wagt einen dritten Versuch. Und ohhhhhhhh Wunder es kommt ein kurzer Antwortbrief, in dem der entsprechende Sachbearbeiter darum bittet zu seiner Entlastung keine weiteren Schreiben an den Bischof zu richten, sondern solche Dinge doch pfarreiintern mit dem Zelebranten zu klären.
Natürlich ist diese Geschichte rein fiktiv! Aber vielleicht ähneln ihr ja manch eigene Erfahrungen.

Lieber Bruder im Herrn Franz-Josef, lieber "Bibo" (wie Du Dich ja auf Deinem Blog nennst)!
Wie Du selbst gesagt hast: "Ich gewinne erst Autorität, wenn ich Menschen neben mir zulasse." Versuche doch bitte erst einmal als Hirte Deine Schafe zu verstehen, die ganz einfach nur KATHOLISCHE Gottesdienste, KATHOLISCHE Predigten, KATHOLISCHE Priester erleben wollen, sich aber dagegen wehren als DENUNZIANTEN denunziert zu werden!

Mittwoch, 22. Juni 2011

DE VERITATE

Maximum autem beneficium alicui impenditur, si ab errore ad veritatem reducatur (Thomas: De divinis nominibus 13 l. 4) "Die größte Wohltat wird einem Menschen erwiesen, wenn er vom Irrtum zur Wahrheit geführt wird."
Leider schätzen viele das nicht als Wohltat ein, sondern erachten es als das Gegenteil. Aber wieviel schöner und besser wäre unsere Welt, wenn überall das letzte dieser goldenen Trias (Bonum, Pulchrum, Verum), nämlich die Wahrheit Einzug hielte.
Vorbei mit all den falschen Bemäntelungen eigener Interessen, vom "Rettungsschirm für Griechenland" (Wer findet darunter eigentlich Schutz?) bis hin auch tief in unsere MATER CATHOLICA ("Wir hoffen doch sehr, ihn noch länger zu sehen." S.Ex. Robert Zollitsch über den Heiligen Vater).
Wie gut, dass es Orte und Feiern gibt, wo all das Falsche abgelegt wird und in Worten die ewiggültige Wahrheit sichtbar wird ("ab errore ad veritatem"). Wenn allerdings Würdenträger - ihre MATER CATHOLICA beschmutzend - die Hl.Messe und insbesondere die Firmung im altehrwürdigen Usus als "Blödsinn" beschimpfen, dann wird doch für jeden klar, dass es für diese noch einen "iter maximum" bedeutet, den Weg der Wahrheit und des Lebens zu beschreiten.