Dienstag, 17. Juli 2012

Christen und die neue alte Allianz im Kampf gegen die Kuffar

Vieles in der Bewertung des sogenannten "arabischen Frühlings" oder der Arabellion, wie dieses Geschehen euphemistisch genannt wird, schien zu Beginn dieses Prozesses ziemlich unklar. Erst allmählich zeichnet sich ein genaueres Bild ab, das allerdings in unseren Mainstreammedien absichtlich oder unabsichtlich unterschlagen oder stark verzeichnet wird. Hinter den zahlenmäßig relativ übersichtlichen Menschen, die in einem verknöcherten, mehr oder weniger totalitären System den Ruf nach individuellen und politischen Freiheitsrechten ertönen ließen, setzte die im Hintergrund agierende "Internationale" eines koranfixierten und traditionalistischen Islam zum gar nicht so langen Marsch auf die Macht in diesen Staaten an. Dieser Grüne Halbmond, dessen Zentrum sich von den Ebenen Anatoliens bis in die arabische Wüste hinein erstreckt, hat in kurzer Zeit zahlreiche Regime hinweggefegt, die "relativ" tolerant, auch westliche Ideen in ihrem Land verwirklicht hatten. Selbstredend waren Männer wie Gaddafi oder auch Mubarak oder ist noch Baschar al-Assad diesen Verfechtern eines Gottestaates im Wege, nicht zuletzt weil sie andere islamische Identifikationsmöglichkeiten boten als die eigenen. Dass die Absetzung der nordafrikanischen Führer sogar mit Hilfe des Westens geschah, ist allein durch dessen Kurzsichtigkeit oder Blindheit zu erklären, da auf Grund von kurz- bis mittelfristigen vermeintlichen Vorteilen, wie der Bereicherung an den libyschen Erdölvorkommen, der in Wahrheit völlig illusorische Traum auf eine westliche Demokratie in diesen Staaten geträumt wurde. Dass aus diesen Träumen inzwischen wahrhaftige Albträume von Ermordung, Verfolgung, Entführung religiöser Minderheiten v.a. der Christen geworden ist, wird konsequent geleugnet oder gnadenlos verharmlost. Für unsere Schwestern und Brüder im Nahen Osten hat eine neue Phase der Unterdrückung und Verfolgung begonnen, die nicht selten im Martyrium endet.
Und was machen wir als katholische Kirche in Deutschland? Wir schmoren im eigenen Saft unserer Befindlichkeiten im Dialog im Stuhlkreis mit gestalteten Mitten, während anderswo Christen den Mut besitzen, für ihren Glauben zu sterben. Oder noch schlimmer: Wir biedern uns den Verfolgern ebenfalls wieder als Dialogpartner an, um sie auch noch darin zu unterstützen, dass ihnen wirklich keine Segnung unserer Religionsfreiheit entgeht. Wie wirkt das auf die verfolgten Christen? Drängt sich da nicht eine Parallele zum Verhalten dessen auf, der zusammen mit dem Herrn sein Brot in die Schüssel tauchte? Sind unsere 30 Silberlinge die vermeintliche Anerkennung einer Religion, die uns, erst einmal an die Macht gekommen, genauso unterdrücken wird, wie jetzt unsere Geschwister in Ägypten und anderswo, die uns heute, berechtigt durch die Lizenz zur Lüge zur Verteidigung des Islam (Taqiyya), mit dem Versprechen, dass der Islam eine Religion des Friedens ist, einlullt, bis wir als rechtlose Dhimmis erwachen?
Doch etwas wissen wir bestimmt: Solange wir auf Jesus Christus, den Sohn Gottes vertrauen, sind wir nicht alleine, sondern in einer tiefen Liebe geborgen. Die Erwiderung dieser Liebe (heimgezahlt in gleicher Münze, aber nicht in Silberlingen) ist die große Stärke des Christentums. Ein christlicher Märtyrer stirbt nicht, um dem Feind zu schaden, sondern er bringt, wenn es nötig ist, friedlich sein Leben als Opfer für seinen Glauben und betet für seine Mörder. Daraus erwächst wie zu anderen Verfolgungszeiten eine ungeheure Kraft, der niemand auf Dauer widerstehen kann. Dieses Zeugnis bindet einen Menschen an die Gemeinschaft der Glaubenden, nicht die Androhung, im Falle des Abfalls vom Glauben, sein irdisches Leben einzubüßen. Das scheint mir bei aller vermeintlicher "weltlicher" Wirksamkeit, letztlich doch ein Eingeständnis eigener Schwäche zu sein. Doch wirklich hilfreich für jeden Christen ist ja nicht die Auseinandersetzung mit den Schwächen des Anderen, sondern das Wachsen im Glauben, die Absage an den Vater der Lüge und die Praxis der Liebe. Paulus beschreibt den Kern des Christentums im folgenden Bild des friedlichen Kampfes:"Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt.Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen.Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen." (Eph 6,13-18)