Freitag, 15. November 2013

Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten!

In dem unten angefügten Video sehen wir gleich zu Anfang den Bischof von Rom im Petrusdienst Franziskus, wie er die gefalteten Hände eines wahrscheinlich kaum 10-jährigen Ministranten erst einmal zu trennen versucht und sie dann auseinanderzerrt. Dazu spricht er die Worte: "Sind denn deine Hände zusammengeklebt?" Als der Junge nach dem Auseinanderreißen der Hände diese dann in die gefaltete Position zurückversetzt, ist der Kommentar: "Sie sind also zusammengeklebt". Manche Übersetzer benutzen auch das Wort "fest verbunden".

Versetzen wir uns einmal in diesen Jungen, der versucht, alles so zu machen, wie man es ihm beigebracht hat und wie es das Caremoniale Episcoporum auch vorsieht. Und nun muss er feststellen, dass der Papst, der Stellvertreter Christi, das gar nicht gut findet, dass er sich genauso über ihn lustig macht, wie viele Gleichaltrige, die ihn wegen seiner frommen Haltung verspotten und vielleicht auch verachten. Hier frage ich mich schon, ob es sinnvoll ist, wenn ein Mensch, selbst wenn er Papst ist, seine eigene Agenda auch unbedingt an einem kleinen Jungen praktizieren muss, der ihm in diesem Moment ja völlig hilflos ausgeliefert ist. Wie werden sich seine Eltern fühlen, wenn Ihr kleiner Junge vor der ganzen Welt zum Gespött wird? Und jeder, der selbst Kinder hat, darf sich doch auch gerne einmal fragen, ob er es gerne hätte, dass ein Mann mit seinem Kind so umgeht, dass er es zu etwas zwingen will, worauf sich sein Kind gar nicht einlassen will. Meine Antwort wäre: Nein! Warum sollte es sich dann der Papst erlauben dürfen?

Ich sehe natürlich schon die Heerscharen der Beschwichtiger über mich herfallen, die mir erklären wollen, dass es der Papst ganz anders gemeint hat, als es aussieht, dass es im Gegenteil sogar eine Freude für den kleinen Ministranten war. Die eifrigsten Franziskus-Apologeten werden mir sogar erklären, dass es gar nicht so stattgefunden haben kann, wie es das Video dokumentiert.

DAS NEHME ICH EUCH NICHT AB!


http://www.youtube.com/watch?v=GGmSauE50bQ
 
Papst verspottet kleinen Ministranten

Sonntag, 10. November 2013

Die richtige Anzeige am rechten Ort

Als ich kürzlich zu Monsignore Ricca, dem ehemaligen Direktor dreier päpstlicher Gästehäuser, darunter auch dessen, in dem der Bischof von Rom im Petrusdienst nun dauerhaft Wohnung bezogen hat, googelte, der von Franziskus zum Hausprälat der Vatikanbank ernannt worden ist und trotz offenkundiger und bestätigter homosexueller Umtriebe vor allem während seines diplomatischen Dienstes in Uruguay immer noch im Amt ist, erschien folgende Anzeige:


 
Anzeige zu Ricca Vatikan   http://www.priesterseminar-stuttgart.de

Priesterseminar Stuttgart - Studieren was die Welt braucht
www.priesterseminar-stuttgart.de/
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Priesterseminar Stuttgart - Stuttgart Seminary


Was studiert man also im Stuttgarter Priesterseminar?

Banking and finance Management?

Introduction into gay subculture and lifestyle-science?

Facility management (esp. clerical hotel and catering business)?

Human resource management (Escort Training)?

Gay Lobbyism?

and so on

Da verwundert es eigentlich doch, dass dieses Priesterseminar so wenige Alumnen beherbergt!

Sonntag, 30. Juni 2013

Ökumenische Gastfreundschaft

Als ich gestern in meiner Duisburger Gemeinde St.Michael den Vorabendgottesdienst besuchte, hielt ein evangelischer Pfarrer zur Feier des Peter- und Paulsfestes die Predigt. Der Inhalt dieser Predigt war eine echte Zumutung, so dass ich mich genötigt sah, mit einer Email darauf zu reagieren:

Sehr geehrter Herr Muthmann!

Auf Ihre Predigt, die Sie gestern in der katholischen St.Michaelskirche gehalten haben, möchte ich dann doch in dieser Email reagieren, da ich denke, dass das, was Sie dort "verkündet" haben, nicht unwidersprochen stehen bleiben kann. Verzeihen Sie mir, wenn ich Ihre Rede nicht immer ganz wörtlich zitiere, den Inhalt habe ich aber auf jeden Fall deutlich in Erinnerung.

1. Ihre Darlegung, dass Jesus gar keine Kirche im Sinn hatte, da er in der unmittelbaren Parusieerwartung lebte, ist doch mehr als umstritten und für uns Katholiken nicht annehmbar. (Sie verzeihen mir, wenn ich jetzt nicht die entsprechenden Belegstellen anführe, da dieser Brief ja kein theologisches Traktat darstellen soll)

2. Ihre Korrektur der Einheitsübersetzung, in der Sie behaupten, dass ekklesia hier mit Gemeinde übersetzt werden muss, empfand ich ebenso als unerträglich, nebst dessen, dass ich mich frage, ob damit Ihrem Anliegen wirklich gedient wäre.

3. Natürlich waren diese Dinge nur die Vorbereitung auf die eigentliche These, dass es gar kein Petrusamt gäbe und jeder Christ die Vollmacht zu binden und zu lösen hätte, da Petrus hier nur als Chiffre für alle Gemeindemitglieder stände. Nebst allen weiterführenden theologischen Überlegungen stelle ich mir da nur die simple Frage: Warum hat es Jesus dann nicht so gesagt, sondern den Petrus direkt angesprochen?

Jenseits dieser inhaltlichen Ärgernisse möchte ich doch auch die Frage nach der Opportunität der Darlegung Ihrer Gedanken stellen. Ist es wirklich im Sinne der ökumenischen Zusammenarbeit im Rahmen einer versöhnten Verschiedenheit, einen Glaubensinhalt der ökumenischen Schwestern und Brüder offen anzugreifen? Ist es wirklich fair, einer Gemeinde, bei der man das Gastrecht genießt, darzulegen, dass Sie das Falsche glaubt, vor allem da ja auf eine Predigt auch niemand reagieren kann und somit Ihre Worte auch zur Verunsicherung der katholischen Gläubigen stehenbleiben. Selbstredend haben Sie gesagt, dass dieses Thema kontrovers sei, aber haben danach nur noch Ihre Sicht dargelegt und zwar in Worten, die keinen Widerspruch zulassen ( "muss übersetzt werden", "hat nur in der Naherwartung gelebt" etc.). Ich finde es immer interessant zu bemerken, dass dort, wo kein allgemeines Lehramt anerkannt wird, sich viele kleine Lehrämter installieren und die Wahrheit für sich in Anspruch nehmen.

Für mich stellt sich hier die Frage, ob die ökumenische Gastfreundschaft im Predigtamt gerade auch durch solche negativen Erfahrungen tatsächlich weiter geführt werden soll, zumal sie ja eigentlich katholisch kirchenrechtlich nicht erlaubt ist.

Gerne setze ich mich auch mit Ihnen noch persönlich auseinander, wenn Sie es wünschen. Zudem möchte ich betonen, dass ich in meiner Eigenschaft als mündiger gefirmter Laie, als Einzelperson diesen Brief geschrieben habe.

So verbleibe ich

mit freundlichem Gruß und

der Bitte um Gottes Segen für Sie

Dienstag, 30. April 2013

Wenns ums Geld geht ... der gerechte Lohn

Wie in einschlägigen Veröffentlichungen zu lesen war, hat der neue Bischof von Rom im Petrusdienst die ansonsten übliche Sonderzulage von 1000 Euro für die Bediensteten des Vatikanstaates gestrichen, um sie für caritative Maßnahmen zu spenden. Viele werden sich dabei denken, dass das ein weiteres wunderbares Zeichen ist, dass die, die sowieso viel verdienen (der Normalbürger assoziiert mit den Angestellten im Vatikan ja immer riesige Verdienstspannen), diese 1000 Euro ruhig abgeben können. Leider ist diese Vorstellung lediglich ein gern gepflegtes Vorurteil, das anscheinend nun auch noch vom obersten Dienstherrn dieser Angestellten bestätigt wird. Die Realität sieht allerdings völlig anders aus. Die zivilen Angestellten des Vatikan verdienen meist ungefähr 2000 Euro. Das ist beileibe nicht viel, um in der wirklich teuren Stadt Rom ggf. auch eine Familie zu ernähren. Auch die vermeintlichen Vergünstigungen wie der Einkauf im vatikanischen Supermarkt (der - wie Insider berichten - trotz nicht berechneter Steuern keine unschlagbar niedrigen Preise berechnet) können dieses niedrige Salär nicht ausgleichen. Diesen Menschen nun auch noch - um einer Geste der Bescheidenheit gegenüber der öffentlichen Meinung willen - den Zuschlag zu streichen, der ja auch durch die Mehrarbeit im Umfeld des Konklave gerechtfertigt ist, halte ich nicht für demütig, sondern für schäbig.
Jeder, der das für überzogen hält, möge doch einmal ehrlich prüfen, wie er reagieren würde, käme sein Chef auf die Idee, das Weihnachtsgeld zu streichen, um es "caritativen Zwecken" zuzuführen. Natürlich hinkt dieser Vergleich, denn bei uns hier in Deutschland ist das so nicht wirklich zu machen, da es Verträge gibt, die dem entgegenstehen. Im Vatikan ist der Papst in dieser Hinsicht jedoch vollkommen absolutistischer Herrscher, der das ohne weiteres per Federstrich beschließen kann.
Stattdessen hätten sich doch sicher sinnvolle Alternativen angeboten, wie freiwilliger Verzicht (aber anscheinend ist das Vertrauen auf die Freiwilligkeit nicht wirklich groß!) oder vielleicht wenigstens eine Beschränkung des  Zwangsverzichts auf die angestellten Priester etc.
Das hätte allerdings diese Geste der Bescheidenheit nicht so spektakulär ausfallen lassen.
Schade um die verpasste Chance, statt einer Geste nach außen, eine differenzierte und gerechtere Lösung zur Finanzierung der caritativen Zwecke zu finden.

Montag, 1. April 2013

Gesten über Gesten, Fragen über Fragen, vieles bleibt unklar (2)

Bei der Feier von Franziskus am Gründonnerstag bleibt für mich noch eine weitere Fragwürdigkeit. Laut Angaben des Papstsprechers Lombardi waren unter den Zwölf Personen, an denen die Fußwaschung vollzogen wurde, zwei Muslime, und darunter eine muslimische Bosnierin. Ich möchte jetzt weniger auf die Teilnahme von Nichtchristen an liturgischen Handlungen eingehen, was zumindest in der Alten Kirche ein absolutes Tabu darstellte, sondern auf die Situation dieses Mädchens. Sicherlich handelt es sich dabei um keine in ihrem eigenen Glauben ausgesprochen gut unterrichtete Frau, sonst wüsste sie doch, dass sie bei wörtlicher Auslegung des Koran ihre Füße vor keinem Mann entblößen, geschweige denn dass ein Mann sie dort küssen darf. Allerdings wissen es doch die Verantwortlichen im Vatikan. Muss man nun nicht die Unwissenheit oder vielleicht auch die Schlichtheit des Mädchens zum Anlass nehmen, ihr eine solche Situation (die sie vermutlich gar nicht in ihrer vollen Tragweite überschaut hat), in der sie gegen die Normen ihrer eigenen Religion verstößt, zu ersparen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Identität dieses Mädchens bei den wenigen Insassen sicher leicht herauszufinden ist. Und ich bin sicher, dass eine ganze Anzahl radikaler Muslime auf eine solche Tat nicht gut zu sprechen ist. Wäre hier nicht mehr Überlegung und Vorsicht geboten gewesen? Wie sieht es denn tatsächlich mit dem Respekt vor anderen Religionen aus, wenn eine Demutsgeste des Papstes gegen die Vorschriften der fremden Religion verstößt? Hat doch Franziskus durch die Geste seines stillen Segen ohne Worte vor den versammelten Journalisten gerade auch dies auf seine Fahnen geschrieben.

Sonntag, 31. März 2013

Gesten über Gesten, Fragen über Fragen, vieles bleibt unklar (1)

Gesten über Gesten, Fragen über Fragen, vieles bleibt unklar.

Das ist die Situation, in der ich mich bei dem neuen neuen Bischof von Rom befinde. Besondere Schwierigkeiten habe ich mit dem, was Franziskus bei der Feier des Gründonnerstags "zelebriert" hat. Die Liturgie des letzten Abendmahls und der Fusswaschung in einem Gefängnis zu feiern halte ich prinzipiell für eine gute Idee. Was hielt Franziskus allerdings noch als zusätzliche Geste für uns bereit. Er reihte unter die Zahl derer, denen er die Füße wäscht, auch zwei Frauen ein. Dies WIDERSPRICHT ganz klar den liturgischen Normen. Selbstverständlich hätten diese in diesem Fall vom Papst selbst geändert werden können, was aber nicht geschah, so dass das Handeln des Papstes den Normen seiner eigenen Kirche gegenübersteht. Wenn ich mich da an seinen Vorgänger erinnere, der bei der Messe in Freiburg durch Benutzung des deutschen Hochgebetes zu dem "für alle" mehr oder weniger gezwungen wurde, da die von ihm geforderte Übersetzung "für viele" noch nicht in den approbierten Texten vorkam, sehe ich hier einen deutlichen Unterschied vor allem in Sachen Demut. Benedikt hat sich nicht einfach als Herr der Liturgie geriert, in dem er einfach "für viele" gesagt hat, sondern sich demütig an die geltende Ordnung gehalten.

Wenn solche Gesten auch eine Aussage haben, was ist dann damit gemeint? Dass Frauen einfach irgendwie dazugehören? Wäre das nicht ein wenig flach? Manche wittern Morgenluft und glauben, wenn die zwölf Apostel diejenigen sind, die in die besondere Nachfolge gerufen sind, dass hier ein erstes Signal für Frauen im Weiheamt zu spüren ist.

Die offizielle Begründung lautet: Pastorale Gründe aus der Situation heraus. Das ist mit Verlaub gesagt: UNSINN. Jeder vernünftige Mensch kann sich doch genügend andere "demütige" Settings überlegen, in denen man von vornherein nicht "gezwungen" gewesen wäre, die eigene liturgische Norm zu brechen.

Leider wird dieses Beispiel ("exempla docent") dazu führen, dass die ohnehin schon durch liturgische Missbräuche katastrophale Situation durch dieses Vorgehen des Bischofs von Rom im Petrusdienst zu weiteren Nachahmungen geradezu einlädt ("wenn das schon der Papst gemacht hat, dann ich erst recht, ich will ja nicht päpstlicher als der Papst sein"). Verhöhnt kommen sich sicher auch die Geistlichen vor, die dieser Norm bisher auch gegen den Widerstand in der eigenen Gemeinde Geltung verschafft haben, und denen nun zugerufen werden kann: "Seht ihr, die Pastoral ist doch wichtiger als eure Bedenkenträgerei."

Und mit Pastoral lässt sich ja bekanntlich so gut wie alles begründen!

Donnerstag, 28. März 2013

Zwischenruf aus Rom: Die Generalaudienz

Gestern durfte ich die Erste Generalaudienz unseres neuen Papstes aus Rom vor Ort miterleben und ich war doch sehr erstaunt. Der Papst sprach nur Italienisch. Er hielt nach einem triumphalen Einzug seine Ansprache, dann folgten die Lesungen auf Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Arabisch und Polnisch. Daraufhin entbot je ein Vertreter dieser Sprachgruppen Grüße an den Hl. Vater, nannte die angereisten Pilgergruppen, trug eine Kurzfassung der Ansprache vor und gab Erläuterungen zum Segen des Papstes. Dann folgte ein kurzes italienisches Grußwort des Papstes, das der Sprachenvertreter dann übersetzt vortrug. Da ein solches Vorgehen wohl nicht an der mangelnden Sprachkenntnis des Hl. Vaters  liegen kann, frage ich mich welche Idee einer solchen Gestaltung zu Grunde gelegt ist. Die Enttäuschung der Pilger - vor allem aus den spanischsprachigen Ländern - war nämlich mit der Hand zu greifen. Es wird doch hoffentlich nicht eine Geste sein, dass der Papst sich nur noch als Bischof der italienischsprachigen Diözese Rom fühlt?

Donnerstag, 14. März 2013

Habemus Papam! Erste Gedanken

Meine ersten Eindrücke, als ich den Auftritt und die Ansprache des neuen Papstes Franziskus am Bildschirm miterleben durfte, waren mehr als zwiespältig. Wenn ich hier einmal meinen Gedanken freien Flug gewähren darf:
  1. Der Verzicht auf die Mozetta und das Anlegen der Stola lediglich zum Segen
    Werden wir es mit einem liturgischen Minimalisten zu tun haben, der ein weiteres Mal die Liturgie von allem vermeintlich „Unwesentlichen“ befreit und sie aufs „Nötigste“ kondensiert? Einer, der wieder den ganzen „Pomp“ und die „Pracht“ aus der Liturgie verbannt und alles möglichst einfach und schlicht gestaltet? Einer, der das „fascinosum et tremendum“ zu Gunsten der vermeintlichen „Verständlichkeit“ hintenanstellt?
  1. Der Name Franziskus
    Wird er entsprechend dem trivialisierten, verweltlicht einseitigen Bild des Heiligen aus Assisi sich in wundervollen Gesten und beeindruckenden Ansprachen mehr um die materiellen Bedürfnisse der „Armen“ bemühen als um die geistigen? Wird er mehr wirtschaftspolitische Fragen auf die Agenda setzen und dabei die theologischen vernachlässigen?
  1. Der Jesuit
    Bildet ein Jesuitenpapst nicht letztlich den Abschluss der Emanzipation der Jesuiten vom Papst selbst? Haben nicht die letzten Jahrzehnte eine völlige Abwendung der Jesuiten von den Idealen des Ordensgründers gezeigt? Statt Gehorsam Ungehorsam, statt Dienst für den Papst und die Kirche Besserwisserei bis hin zu ausgesprochen „eigenwilligen“ Wegen?
  1. Bischof von Rom
    In seiner ersten Ansprache hat Franziskus den Begriff Papst gemieden und sich und auch Papst Benedikt „lediglich“ als Bischof bezeichnet. Scheint hier nicht auch ein großer Schritt vorwärts hin zur Leitung der Kirche in „Kollegialität“ und damit das Absinken in Provinzialität und dem Abschied von einem Weg der Einheit und dem Ausschalten des päpstlichen Wächteramtes gegangen?

Selbstverständlich hoffe ich, dass sich diese Befürchtungen nicht bestätigen, und auch hier das Amt prägender ist als die Persönlichkeit, dass das Gefühl für Verantwortung stärker ist als die eigene Agenda und natürlich, dass auch dieser Papst mit dem Beistand des Heiligen Geistes die Kirche leitet!

Samstag, 19. Januar 2013

Pastoral im Reich des Großen Vorsitzenden - Neues aus der Erzdiözese Freiburg:

Auf die Kirche!
Fertig!
Loooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooos!


Dieser Beitrag war zu lesen unter 
http://www.kath.net/detail.php?id=39755

 Eigentlich hätte ich es wissen müssen, aber spätestens nachdem die fast gefüllte Peter-und-Paul-Kirche zu Karlsruhe vom residierenden Stadtdekan per Mikrofon dazu animiert wurde auf sein Zurufen (Auf die Kirche! Fertig!) das "Los" zu brüllen, war mir klar, dass der heutige Tag nicht ohne ein gerüttelt Maß an Fremdschämen vorüberziehen würde. Nach diesem geistlich geistlosen Impuls machten sich die 230 Vertreter der sieben im Jahre 2015 zwangsfusionierten Gemeinden aus der Mitte und dem Westen Karlsruhe auf, um den Weg zu dieser Zwangskolchose zu "gestalten". Der Weg dazu war ein "offener Raum" (Open Space), der sich allerdings nachträglich als gar nicht so offen erweisen sollte. Zuerst einmal begann der zukünftige Hauptverantwortliche, ein Priester, der  mit Fleece, Sneakers und einem neckischen roten Halstuch bekleidet, eher den Eindruck erweckte er habe vor, einen Halbmarathon laufen, als der geistliche Hirte der zukünftigen Großgemeinde zu sein. Die Rede war auch entprechend (zweck)optimistisch gehalten und gipfelte in einer wahrhaft inspirierten Zukunftsvision der Gemeinde im Jahre 2018: Zum Pfarrfest einer Pfarrei kommen zwecks Verzehr von Steaks Vertreter einer anderen Pfarrei und können sich gar nicht mehr vorstellen, wie sie es nur damals in der ehemaligen Pfarrei ausgehalten haben. Selten durfte ich Zeuge einer derart tiefgehenden und überzeugenden Beschreibung wahrhaft kirchlichen Lebens sein! Mein Fremdschämen darüber ging nahtlos in selbiges über den abermals entfesselten "Los"-Brüller obigen Mottos über.
Der nächste Schritt beinhaltete die Themensuche für die vorgesehenen 48 Gruppen. Auch ich stellte zwei Themen vor: "Weitergabe des Glaubens" und "Gebet". Allerdings machte ich bei der Vorstellung einen entscheidenden Fehler: Ich gebrauchte inoffiziell indizierte Unwörter wie "Heiliger Vater" "Johannes Paul II." "Benedikt XVI." "Rosenkranz" "die Kirche (mit Artikel)" "Anbetung" "Neuevangelisation" und last but not least sogar das schreckenerregende Wort "KATHOLISCH". Ein weiterer Beitrag belehrte mich, dass es zwar nicht wirklich verboten war, selbiges zu verwenden, aber immer mit dem Zusatz versehen werden mußte: "in der eigentlichen griechischen Bedeutung allumfassend", womit aber letztlich "für alles offen" gemeint ist. Nach diesem Marathon (jetzt erst verstand ich auch den Grund für die Ausstattung des pastoralen Amtsträgers) von 48 Gruppenvorstellungen durfte sich jeder drei Gruppen anschließen. War in der ersten Gruppe, in die ich ging, noch ein relativ konstruktives Gespräch möglich, so war bei meiner zweiten Gruppe, deren Thema ich mit "Weitergabe des Glaubens" betitelt hatte, zuerst einmal das Missverständnis auszuräumen, dass in dieser Gruppe handfeste Tipps zu erwarten seien, entweder die eigenen Kinder "spirituell erwachen" zu lassen oder die anvertrauten Kinder "auf den Weg nach innen" zu führen. Erschreckend war die Diskrepanz oder eher schon Kongruenz zwischen der beklagten Unfähigkeit, das eine zu können, und der strikten Weigerung, in irgendeiner Weise auf die Kinder erzieherisch einzuwirken - alles natürlich unter dem Vorwand "nichts überstülpen zu wollen". Auch die vollige Verkennung des Glaubens als "etwas, das ich in meinem Innersten vorfinde", also religiöse Erfahrung als verschärfte Nabelschau fand ich doch sehr bedenklich. Das Konzept eines Gottes, der aus Liebe zu seinen Geschöpfen Mensch wird und sich als ansprechbares Du dem Menschen gegenüberstellt, war vielen in dieser Gruppe Neuland, wenn nicht gar vollkommmener Unsinn. "Wir glauben ja nicht mehr wie vor 100 Jahren" (als ob diese Dame tatsächlich wüßte, was die überzeitlichen Inhalte des katholischen Glaubens überhaupt wären) waren die diesbezüglichen Worte einer Teilnehmerin. Bei derartig haarsträubenden Aussagen frage ich mich immer nach der Herkunft solcher Vorstellungen. Wenn man vom allgemein gesellschaftlich weit verbreiteten esoterischen Egotripp einmal absieht, geht diese gnostische Irrlehre auch auf die Ausführungen des o.g. IronMan im pastoralen Dienst zurück, der immer wieder dazu auffordert, sich über die eigenen Glaubenserfahrungen auszutauschen und ohne zu werten voneinander zu lernen. Natürlich kann das richtig verstanden auch möglich sein, aber nicht in einem Kontext von Menschen, die ja selbst die Existenz Gottes leugnen, geschweige denn auch nur die geringste Ahnung vom katholischen Glauben haben.
Ein Lichtblick war die Arbeitsgruppe "Gebet", versammelten sich doch immerhin sieben der 230 Anwesenden zu diesem für die Mehrheit also ausgesprochen marginalen Thema. Hier entwickelten wir allerdings in kurzer Zeit von einer wunderbaren Einmütigkeit getragen viele praktikable Ideen für eine Optimierung und Erneuerung des Gebetslebens der Gemeinde wie Eucharistische Anbetung an jedem Tag in der Woche durch die sieben Gemeinden hindurch. Rosenkranz vor jedem Abendgottesdienst, Erweiterung des Stundengebets in den Gemeinden und intensive Einbeziehung der Alten, Bettlägerigen und Kranken in die Gebetsanliegen der Gemeinde und der Welt. Das hört sich vielleicht selbstverständlich an, ist es aber in diesen Gemeinden bisher nicht gewesen.
Nach der Vorstellung der Gruppen im Plenum bewerteten die Teilnehmer die einzelnen Gruppen und die 11, die im Ranking am besten abschnitten, werden in einer nächsten Veranstaltung weiter bearbeitet. Das Rennen machten dabei - o Wunder - die Themen, die am glaubensfernsten positioniert waren, so eben auch die AG "Lass die Seele Atem holen! Wann hast Du das letzte Mal nichts getan?"